Schreckschusswaffen

Schreckschusswaffen verschießen zwar keine scharfe Munition, trotzdem sind sie mehr als nur reine Nachbildungen von „echten“ Pistolen oder Revolvern. Sie erfüllen andere schreckschusswaffenZwecke und unterliegen anderen rechtliche Grundlagen, sind aber auch nicht völlig ungefährlich. Schreckschusswaffen dienen, wie der Name bereits verrät, in erster Linie der Abschreckung. Daher sind sie äußerlich in der Regel sogenannten scharfen Waffen nachempfunden. Anstatt Projektile zu verschießen, erzeugen Schreckschusswaffen jedoch lediglich einen lauten Knall.

Zu diesem Zweck werden spezielle Formen von Reizgas- und Kartuschenmunition benötigt. Die Stärke und Reichweite der Munition sind abhängig vom Kaliber und von der Patronenfüllung. Auch pyrotechnische Munition lässt sich in einigen Fällen verwenden. Diese kann beispielsweise dazu dienen, Leuchtsignale abzufeuern. Mit scharfen Patronen lassen sich Schreckschusspistolen nicht beladen, da sie über eine sogenannte Laufsperre verfügen. Die Bauweise typischer Schreckschusswaffen ist außerdem so angelegt, dass sie kaum umgebaut werden können. Der Versuch, eine solche Waffe so zu manipulieren, dass sie scharfe Munition verschießt, ist zum Scheitern verurteilt.

Gesetzgebung in Deutschland

Obwohl Schreckschusswaffen keine eigentlichen Projektile verschießen, birgt die Verwendung auch gewisse Risiken. Der Druck, der beim Abfeuern der Gasmunition erzeugt wird, ist enorm hoch. Deshalb kann ein Schuss aus nächster Nähe schwere Verletzungen zur Folge haben. Auch die Lautstärke des Knalls kann das Gehör der betroffenen Personen dauerhaft schädigen. Aus diesen Gründen ist bei der Verwendung von Schreckschusswaffen große Vorsicht geboten.schreckschusswaffen - gesetz

Da Schreckschusspistolen und -revolver nicht ungefährlich sind, gibt es in Deutschland natürlich rechtliche Vorgaben, die den Gebrauch solcher Waffen einschränken. Grundsätzlich lässt sich zwischen legalen und illegalen Schreckschusswaffen unterscheiden. Aber auch die legalen Varianten sind nicht uneingeschränkt nutzbar. Erkennen kann man den rechtlichen Status einer Waffe an dem Siegel der PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt). Trägt eine Schreckschusswaffe kein solches Siegel, ist ihr unerlaubter Besitz strafbar. Das Führen aller Schreckschusswaffen außerhalb der eigenen Wohnung oder der eigenen Geschäftsräume ist nur mit Besitz eines kleinen Waffenscheins erlaubt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Waffe legal erworben wurde oder nicht. Der bloße Besitz der PTB-geprüften Stücke ist hingegen nicht strafbar.

Dies gilt allerdings nur für Personen, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben. Minderjährige dürfen in Deutschland grundsätzlich keine Schreckschusswaffen besitzen.
Was das Schießen mit einer Schreckschusswaffe betrifft, so ist dieses mit einigen Ausnahmen immer genehmigungspflichtig. Zu den Ausnahmen zählen beispielsweise Notwehr und Notstand. Einige der Ausnahmen betreffen nur Waffen, die lediglich Kartuschenmunition verschießen können. Sie beziehen sich unter anderem auf den Einsatz bei Theateraufführungen oder als Startsignal bei Sportveranstaltungen. Die gesamte Auflistung der Ausnahmen findet sich im 12. Paragrafen des Waffengesetzes
(§ 12 Abs. 4 WaffG-neu).

Weitere Besonderheiten

Schreckschusswaffen können unterschiedliche Zwecke erfüllen. Sie können ebenso der Abschreckung wie der Selbstverteidigung dienen. Unter Umständen kann eine Schreckschusswaffe mit spezieller Munition sogar dazu dienen, in einer gefährlichen Situation um Hilfe zu rufen. Jedoch sollte man mit Schreckschusswaffen niemals leichtfertig umgehen. Das oft bedrohliche Aussehen der Waffen kann provozieren. Die Druckwirkung, die das Abfeuern einer Schreckschusswaffe erzeugt, kann Menschen erhebliche Verletzungen beibringen. Und auch die Lautstärke des Knalls ist unter Umständen mehr als nur ein Störfaktor, sondern explizit gesundheitsschädlich. Daher sind ein vorsichtiger und verantwortungsbewusster Umgang mit Schreckschusswaffen, sowie die Beachtung der geltenden Gesetze und Vorschriften unbedingt notwendig.

5 (100%) 5 votes